Besuchen Sie uns auf TwitterBesuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Youtube User Online: 17 | Kontakt | Impressum | Home | Stadt Erlangen  Mobil →
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
Permalink in die Merkliste übernehmen
Stichwort:
Text:
Bereits das Material für die mittelalterlichen Steinbauten – neben der urspr. ==Altstädter und der ==Martinsbühler Kirche v.a. die nach 1398 begonnene ==Stadtmauer – dürften die S. des ==Burgbergs und im ==Meilwald geliefert haben. 1619 werden fünf Steinmetzen in E genannt. Der Bau der Neustadt vervielfachte den Bedarf; 1687 arbeiteten 100 Personen in den S., bei deren Anlegung z.T. die Gärten der Altstädter Bürger auf dem Burgberg zerstört wurden. Die u.a. durch die Holzknappheit bedingte Zunahme der Steinbauten – anfangs auf herausragende Gebäude wie ==Schloss, ==Ritterakademie, Kirchen und ==Palais sowie die 1708 begonnene Ummauerung der Neustadt beschränkt, später auch auf die Bürgerhäuser ausgedehnt – führte zum nahezu flächendeckenden Abbau des dort überwiegend vorkommenden Burgsandsteins. Weitere Bruchstellen gab es z.B. am Rathsberg, wo u.a. das besonders harte Feuerlettenkonglomerat für die Straßenpflasterung (ab 1706) gewonnen wurde, und in der ==Stubenlohe. Die von 1835 an benötigten Steine für den ==Ludwig-Donau-Main-Kanal und die ==Eisenbahn konnten allerdings – sowohl aus Qualitäts- wie aus Quantitätsgründen – nicht allein aus den E S. gedeckt werden; Hauptlieferant war hier neben den S. im Reichswald (==Ohrwaschel) v.a. der Giesberg nordöstlich von Dechsendorf. Von dort brauchte ein zweispänniger Wagen 1838 (einschließlich Auf- und Abladen) einen ganzen Tag bis nach E, und viele tausend Fuhren waren nötig! Die Quader wurden auf Bestellung in der gewünschten Größe gebrochen. Nach der Vorzeichnung zog man mit Schroteisen oder Spitzhacken keilförmige Rinnen in den Stein, in die alle 15–30 cm eiserne Keile getrieben wurden, bis sich das Stück löste. Der Lohn für diese bereits 1733 durch eine Handwerksordnung geregelte Schwerstarbeit war karg (durchschnittlicher Tagesverdienst 1899 etwa 2,00–2,40 Mark), weshalb sie oft von Maurern nebenberuflich bzw. in der Winterpause erledigt wurde. Die weitverzweigte E Familie Pickelmann war fast das ganze 19. Jh. hindurch in dieser Branche tätig. Mit den großen Neubauten in der Stadt – Krankenhaus ab 1803 (==Universitätskliniken), ==Kreisirrenanstalt, zahlreiche Institutsgebäude der FAU bis hin zur Universitätsbibliothek (1912) – war die Blütezeit der E S. verbunden, die aber mit dem Vordringen von Backstein, Stahl und Beton zu Ende ging. Die letzten der insgesamt über 30 S. auf dem Burgberg wurden in den 1920/30er Jahren aufgegeben.
Verweis:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Literatur:
Freyberg, B.v.: Zur Steinbruchgeschichte in und um E, in: EB 27 (1980), 7–138; Jakob, Neustadt E, 45f., 132ff., 148ff.; Nürmberger, B.: Der Bau der Neustädter Kirche zu E, in: EB 44 (1996), 231–292, hier 242–251, 264.
Autor: :


Anfang der Liste Ende der Liste
Permalink zu diesem Treffer
X Permalink öffnen